Harnsäure

Harnsäure entsteht, wenn der Körper sogenannte Purine abbaut. Purine werden natürlicherweise im Körper gebildet, kommen aber auch in bestimmten Lebensmitteln und Getränken vor. Besonders purinreich sind zum Beispiel Leber, Sardellen, Makrele, getrocknete Bohnen und Erbsen sowie Bier.
Der größte Teil der Harnsäure löst sich im Blut und wird über die Nieren ausgeschieden. Von dort gelangt sie mit dem Urin aus dem Körper. Bildet der Körper jedoch zu viel Harnsäure oder scheidet er zu wenig davon aus, kann dies gesundheitliche Probleme verursachen. Ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blut wird als Hyperurikämie bezeichnet.
Ihr Patient hat ein erhöhtes Risiko, wenn der Harnsäurespiegel über 6 mg/dl liegt.5

Befindet sich zu viel Harnsäure im Blut, können sich Uratkristalle bilden. Diese mikroskopisch kleinen Kristalle können sich in und um Gelenke ablagern und dort Rötungen, Schwellungen und Schmerzen verursachen.

Harnsäure im Blut

Harnsäurekristalle unter dem Mikroskop
Ansammlungen von Uratkristallen werden als Tophi bezeichnet. Zunächst sind sie mikroskopisch klein und können bei dauerhaft erhöhter, aber beschwerdefreier Hyperurikämie über Jahre unbemerkt bleiben. Mit der Zeit können sie größer werden und bei der körperlichen Untersuchung als Knoten oder Verdickungen sichtbar beziehungsweise tastbar sein. Harnsäure kann außerdem im ableitenden Harnsystem der Niere kristallisieren und dort zur Bildung von Nierensteinen führen.
Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2021, basierend auf vier Kohortenstudien mit einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 11,2 Jahren, zeigte: Höhere Harnsäurewerte zu Studienbeginn waren dosisabhängig mit einem erhöhten Risiko verbunden, im Verlauf eine Gicht zu entwickeln.5
- 6,0–6,9 mg/dl bzw. 360–414 µmol/l: HR 2,69, 95-%-CI 2,03–3,57
- 7,0–7,9 mg/dl bzw. 420–474 µmol/l: HR 6,64, 95-%-CI 5,04–8,77
- 8,0–8,9 mg/dl bzw. 480–534 µmol/l: HR 14,92, 95-%-CI 11,06–20,13
- 9,0–9,9 mg/dl bzw. 540–594 µmol/l: HR 29,66, 95-%-CI 20,79–42,31
- ≥ 10 mg/dl bzw. ≥ 600 µmol/l: HR 63,96, 95-%-CI 42,54–96,16
HR = Hazard Ratio / Risikoverhältnis
CI = Confidence Interval / Konfidenzintervall
Wie wird Hyperurikämie behandelt?
Gicht verstehen
Entzündung &
Schmerzen
Gicht gilt heute als die häufigste Form der entzündlichen Arthritis.
Auslöser und Manifstation von Gicht
Die Auslöser von Gicht können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel anhand der Beschwerden des Patienten und des Erscheinungsbildes des betroffenen Gelenks gestellt.
Krankheitsstadien
Es ist wichtig, Gicht in allen Krankheitsstadien zu behandeln, um ein Fortschreiten zu verhindern und das Risiko weiterer Anfälle zu senken.
Häufigkeit von Gicht
Die Zahl der weltweit von Gicht betroffenen Menschen ist in den vergangenen 30 Jahren von 22 Millionen auf 53 Millionen gestiegen.
5. Clinical practice guidelines management of gout 2021, Second edition. Malaysian Health Technology Assessment Section, MaHTAS, Medical Development Division, Ministry of Health Malaysia